Nord-Südkorea

Eingewöhnungsphase

Von Seoul starten wir entlang des Han River auf einem zweispurigen Radweg, gemeinsam mit gefühlt 200000 anderen Radfahrern auf ihren nagelneuen Carbon-Rennrädern. In Seoul warnt uns Google freundlicherweise noch, dass die Luftverschmutzung bedenklich ist. Tatsächlich ist es hier und bleibt auch die nächste Zeit diesig, da die große chinesische Smogwolke Südkorea im Griff hat.

Nach Indonesien ist Südkorea eine interessante Umstellung: Das Wetter ist deutlich kühler (2-25°C) und die Menschen sind sehr zurückhaltend. Erst nach sechs Tagen gibt es ein erstes Gespräch.

Im Laufe der Zeit gewöhnen wir uns ein. Da Google Maps in Korea nicht navigieren darf, benutzen wir Naver, eine koreanische Navigationsapp auf Koreanisch! Es ist tatsächlich möglich mit koreanischen Buchstaben zu schreiben und sein Ziel später zu finden.

Durch Zufall erleben wir ein Festival zu Ehren eines ermordeten Kronprinzen (vor ca. 500 Jahren). Es wird ein tolles Erlebnis mit Hunderten kostümierten Koreanern und einem Jahrmarkt mit anschließendem Feuerwerk. Die lokale Presse stürzt sich auf uns. Dirk gibt sein zweites Interview auf dieser Reise (das erste zu Walhaien in Indonesien und deren Bedrohung weltweit – generelles Expertentum schadet nie 😉 ). Nun sind wir im Landkreis berühmt.

Ganz nebenbei überqueren wir radelnd die koreanischen Berge Richtung Südosten ans Meer, abseits der perfekt organisierten Radwege. Vorbei an eigenwilliger städtebaulicher Ästhetik in eine schöne Berglandschaft, deren Täler allerdings intensiv landwirtschaftlich, verkehrs- und wasserbaulich genutzt werden. Ach ja, und über den Himmeln donnern regelmäßig Kampfflugzeuge ;-). Und halt eben der Dunst.

Die Steigungen sind moderat und die kühlen Temperaturen machen alles angenehm. Wir zelten oder schlafen in günstigen Motels, die man auch für Stunden mieten kann. In einem Badehaus mit Sauna (Jjmjilbang) übernachten wir neben schnarchenden Koreanern auf dem Boden liegend – ja, in Korea kann man in Badehäusern übernachten!

 

One Comment

  1. super fotos! was für eine starke Reise, die ihr da macht!!! gibts das interview schon irgendwo online? liebe grüße matthias

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Loading...